PostHeaderIcon 7. Jahrestagung der Aargauischen Schulpflegen


Entlastung für die Aargauischen Schulpflegen 

Am 17. November luden das Departement Bildung, Kultur und Sport und die Vereinigung der Schulpflegepräsidentinnen und -präsidenten (VASP) die Mitglieder der Aargauischen Schulpflegen zu ihrer 7. Jahrestagung ein.

Praxis bezogene Straf- und Disziplinarfälle, welche unter der Leitung des theaterschaffenden Kaspar Lüscher von zwei Jugendlichen lebendig und originell vorgetragen wurden, standen am Anfang des Weiterbildungsanlasses.

Der Anlass für die rund 350 Schulpflegerinnen und Schulpfleger stand im Zeichen der neuen Jugendstrafprozessordnung, welche ab Neujahr in Kraft tritt. 

 
Neue eidgenössische Jugendstrafprozessordnung - Alter Wein in neuen Schläuchen

Nach einer ersten Darbietung der beiden Jugendlichen orientierte Hans Melliger, leitender Jugendanwalt Kanton Aargau, über die neue Jugendstrafprozessordnung. Schenkt man seinen Ausführungen Glauben, ändert sich nicht all zu viel. Neu wird die Jugendanwaltschaft für alle polizeilichen Anzeigen Strafbehörde. Die Schulbehörden werden somit in ihrer Funktion als Strafbehörde durch die kantonalen Behörden abgelöst. Im Zentrum soll nach wie vor der jugendliche Täter stehen. Es gehe darum, mit den Jugendlichen ihr Tun zu reflektieren um neue Straftaten zu verhindern. Gegenüber den Schulleitungen unterliegt die Jugendanwaltschaft neu einer Informationspflicht. Damit die ca.: 1500 zusätzlichen Strafanzeigen bearbeitet werden können, wurden die kantonalen Behörden personell verstärkt. 


Umgang mit Disziplinarproblemen - Es bleibt wie es ist

Wie bis anhin bleiben die Schulpflegen für disziplinarische Verfehlungen, also für Verstösse gegen die Schulordnung zuständig.

Urs Bögli, Schulleiter der Schule Seengen, gewährte mit seinen lebendigen Ausführungen einen Einblick, wie die Schule Seengen disziplinarische Probleme angeht. Verhaltensänderung, nicht die Bestrafung der Delinquenten steht im Vordergrund. Die Jugendlichen müssen die Möglichkeit haben sich zu ändern. Die Schule Seengen geht dieses Problem mit einem sozialpädagogisch begleiteten Arbeitseinsatz - Projekt an.


Podiumsdiskussion zum Abschluss

Dass die Thematik Straf-/und oder Lernprozess eine Herausforderung darstellt, zeigte sich spätestens anlässlich der engagiert geführten Podiumsdiskussion. Unter der fachkundigen Leitung von Frau Elisabeth Burgener wurden die verschiedene Aspekte des Themas durchleuchtet.

Hans-Peter Schmidlin, Leiter des Schulpsychologischen Dienstes, mahnte eindringlich vor der Gefahr, nur auf Grund einer verfehlten Informationspolitik die jugendlichen Täter zu stigmatisieren. Mehr Wissen bedeute künftig noch mehr Verantwortung für die Schulleitung. Frau Renata Suter, Mitglied der Schulpflege Seengen begrüsst die neue Regelung. Sie erhofft sich durch diese eine Entlastung der Schulbehörden und eine weitere Entflechtung der strategischen und operativen Führung. Urs Bögli befürchtet, dass künftig die Jugendstrafverfahren nicht in nützlicher Frist bewältigt werden können, und dass für die Schulleitungen zusätzlich erhebliche Mehrarbeit entsteht. Pirmin Breu, Künstler, freut sich über den Umstand, dass die Jugendlichen und nicht die von ihnen begangene Tat im Vordergrund steht. Er muss es wissen, machte er sich doch seine Leidenschaft - das Sprayen - zum Beruf und arbeitet als Künstler viel, gut und gerne mit Jugendlichen.

Leider konnten aus Zeitgründen nur wenige Fragen aus dem Publikum beantwortet werden. 

Daniel Schmid, Vorstand VASP


Die Präsentation  von Hans Melliger, Leitender Jugendanwalt Kanton Aargau, finden Sie mit einem Klick auf den Titel der Präsentation:
Die neue Jugendstrafprozessordnung - Was ändert im Kanton Aargau?

Die Webseite von Pirmin Breu finden Sie mit einem Klick auf
www.priminbreu.ch

Frau Elisabeth Burgener hat Ihre eigene Website, auch hier, ein Klick bringt Sie dahin:
 www.e-burgener.ch

Informationen zur Schule Seengen mit diesem Link: 
http://www.seengen.ch/xml_1/internet/de/application/d6/f37.cfm

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