PostHeaderIcon 8. Jahrestagung der Aargauischen Schulpflegen

Vreni Buol Lüscher

Vreni Buol Lüscher, ihres Zeichens oberste Schulpflegerin des Kantons Aargau, eröffnete am Abend des 16.Novembers 2011 im KuK Aarau die 8.Jahrestagung der Schulpflegerinnen und Schulpfleger mit der Frage:

Qualitätsmanagement, ist das nun Pflicht oder Kür?

Qualitätsmanagement (QM) sei lohnend und notwendig und die zentrale Antwort auf die Überbelastung der Lehrpersonen. Durch die Einführung und Umsetzung des Qualitätsmanagements werden die Lehrpersonen von Einzelkämpfern zu Teamspielern. Di ese Veränderung ermögliche eine effizientere Gestaltung der Aufgaben der Lehrpersonen, die Belastungen würden durch die Teamarbeit besser tragbar. So die Ausführungen von Alex Grauwiler, der als Geschäftsleiter der Schule Baden das QM mit seinem Team im Zeitraum 2004-2010 aufgebaut hat und sich heute auf ein erfolgreich im Alltag etabliertes Qualitätsmanagement stützen kann.

Qualität sei eine „totale“ Angelegenheit, welche die Schule in allen Bereichen, daAlex Grauwilers heisst, die Schule ganzheitlich, betreffe. Eine wichtige Frage des QM laute: Wie können wir die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen so gestalten, dass es ihnen möglich ist, mit weniger Druck in Koordination mit Anderen den Unterricht vorzubereiten, abzusprechen und durchzuführen? Alex Grauwiler ist der Überzeugung, dass die Antwort Teamwork lautet. Was braucht es, damit dieses funktioniert? Gemeinsame Werte, gemeinsame Grundhaltungen, gemeinsame Absichten, gemeinsame Einigkeit finden und gemeinsame Ziele setzen. Insbesondere Verbindlichkeiten seien für die Arbeitsgemeinschaft von zentraler Bedeutung.

Kooperation erfordert vier Hauptaktionen, so Grauwiler weiter: Planen, Umsetzen, Überprüfen, Verbessern. Im QM sind diese vier Punkte wesentlich und wiederkehrend.

• In einer 1. Phase müssen sich die Gruppenmitglieder darüber einigen, was sie wollen und wie sie das wollen. Dies wird in einem Leitbild festgehalten. Die Leitbildarbeit steht am Anfang des QM. Durch die schriftliche Form entsteht Verbindlichkeit auch über mehrere Jahre hinweg.

• In einer 2. Phase geht es an die Umsetzung dieser Leitbilder. Wie können wir unsere Leitsätze verwirklichen? Aus den Leitsätzen (Strategien) werden realisierbare operative Ziele formuliert. Die daraus abgeleiteten Massnahmen werden definiert, von Indikatoren begleitet und damit messbar.

• In der 3. Phase folgt die Überprüfung der getroffenen Massnahmen. Zwei Formen sind hier wesentlich: das 360° Feedback, sowie die interne als auch die externe Evaluation. In der Überprüfungsphase geht es nicht darum, bessere und schlechtere Lehrpersonen zu bestimmen, sondern es gilt, Gutes in der Schule zu stärken und Schwächen herauszufiltern, um sie in Stärken umzuwandeln. Wichtig dabei sei, dass die überprüften Daten wirklich ausgewertet, angeschaut und die wesentlichen Punkte weiter verarbeitet werden.

• Damit startet die 4. Phase, in der vorgesehen ist, die geprüften Punkte zu verbessern. Diese letzte Phase führt automatisch in eine neue Planungssequenz der nächsten Jahre.

In jeder Phase des QM-Prozesses, so betonte Alex Grauwiler, stehe niemand alleine da.

Es gibt von verschiedenen Seiten (BKS, FHNW) Beratungsangebote.

Das Bildungs-, Kultur und Sportdepartement, vertreten durchMirjam Obrist Mirjam Obrist, Leiterin Sektion Schulentwicklung, bietet unter anderem genau solche Beratungen an. Darüber hinaus stellt das BKS Rahmenbedingungen, sowie Instrumente zur Schulevaluation und Schulentwicklung zur Verfügung. Weiter wird der QM Prozess in Form von finanziellen Ressourcen (QUES Führungspools) gestützt.

Im ganzen Komplex des QM sieht Mirjam Obrist die Rolle der Schulpflege als Unterstützerin der Schulleitung, als Auftraggeberin zum Aufbau eines QM, sowie als Verantwortliche dafür, dass die Schulleitungen in Sachen QM am Ball bleiben. Durch die Einforderung von Rechenschaftsberichten gibt sie dem QM die notwendige Priorität.

Um den Prozess des QM zu fördern und zu vereinfachen ist das Departement dabei, Selbstevaluationsinstrumente zu erarbeiten und Tools zu entwickeln, welche die Weiterverarbeitung der evaluierten Daten ermöglichen.

Anschliessend an die Pause wurde die Podiumsdiskussion von Frau Eva Schaffner, Leiterin, Amt für Berufsbildung, Bildungs-, Kultur – und Sportdirektion BL eröffnet.Eva Schaffner Sie begrüsste Frau Katherina Zwahlen, Lehrerin Schule Berikon, Niels Anderegg, Schulleiter Rottenschwil, Alex Grauwiler, Geschäftsleiter Volksschule Baden, Christian Hoffmann, Präsident Schulpflege Niederwil und Mirjam Obrist, Departement BKS.

In provokativer, witziger und kompetenter Art und Weise warf sie unter anderem folgende Fragen in die Runde: Was machen die Schulen, die eine orange Ampel im QM haben, falsch? Was sind die wesentlichen Anforderungen an die Schulpflegen?

Aus der Diskussion ging klar hervor, dass eine gute Schule damit steht und fällt, ob die Personen, die an der Schule beteiligt sind, gut miteinander zusammenarbeiten können. Damit ein tragendes, funktionierendes QM auch in kleinen und Kleinstschulen aufgebaut und umgesetzt werden kann, empfehlen die Fachleute ein Teamwork über die Dorf- und Schulgrenze hinaus, welches Schulpflegen, Schulleitungen und Lehrpersonen mit einbezieht.

Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer


Was nehmen Schulpflegerinnen und Schulpfleger aus der Tagung mit nach Hause in den Schulalltag?

Nehmen wir uns die Zeit aus der Pflicht eine Kür zu machen, die den Schülerinnen und Schülern zu einem spannenden, „ich-gehe-gerne-zur-Schule“-Unterricht verhilft, die Lehrpersonen entlastet und für ihre Arbeit motiviert. Eine Kür, die den Schulleiterinnen und Schulleitern das Vertrauen schenkt, dass sie in ihrer Fachkompetenz das Richtige tun. Letztendlich wurde den Schulpflegerinnen und Schulpflegern bestätigt, dass es wesentlich ist, ihre Schulen ganzheitlich zu pflegen.

Der Vortrag Chancen eines erfolgreichen Qualitätsmanagements.pdf von Alex Grauwiler kann mit einem Klick auf die unterstrichenen Worte heruntergeladen werden. Ebenso können die Ausführungen von Mirjam Obrists 111116_jahrestagung_qm.pdf mit einem Klick angesehen werden.